Scotch Whisky spielt nicht nur in der schottischen, sondern auch in der britischen Wirtschaft eine wichtige Rolle. Als ein Getränk, das heute in der ganzen Welt geschätzt wird, ist der schottische Whisky eines der wichtigsten Exportgüter Grossbritanniens.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Probleme der Destillation und des Blending von Whisky nicht allgemein bekannt sind. In Anbetracht dessen möchten wir auf die am häufigsten gestellten Fragen eine Antwort geben.


Was für ein Unterschied besteht zwischen Scotch, Irish, Rye und Bourbon?

Die Bezeichnung Scotch und Irish sind rein geografische Begriffe. Scotch Whisky bedeutet, dass der Whisky in Schottland destilliert wurde; Irish Whiskey weist als Destillationsort Irland aus. In Schottland wird Whisky aus gemälzter Gerste und anderen Getreidesorten im Patent-Still-Verfahren destilliert. Die bekannten schottischen Whiskymarken sind Blends und Single Malts.

Das Pot-Still-Verfahren für Malt Whisky unterteilt sich in vier Hauptphasen: das Mälzen, das Maischen, die Gährung und das eigentliche Destillieren.

Beim Patent-Still-Verfahren verläuft der Destillationsprozess nicht kontinuierlich, sondern die Destillationskessel werden nach Beendigung einer Destillation neu gefüllt. Mit diesem Verfahren wird Grain Whisky hergestellt.

Die irischen Whiskybrenner destillieren ihr Produkt meist in drei Arbeitsgängen, während beim schottischen Pot-Still-Verfahren ein zweimaliges Destillieren üblich ist. Auch werden im irischen Whiskey verschiedene Getreidesorten verarbeitet.

Für Bourbon Whiskey schreibt das Gesetz in den Vereinigten Staaten vor:

  • dass Bourbon Whiskey aus einer Maische hergestellt werden muss, die mindestens 51% Maiskorn enthält.
  • dass das Wort "Bourbon" nicht zur Bezeichnung einer Whiskeysorte oder eines anderen Trinkalkohols gebraucht werden darf, der nicht in den Vereinigten Staaten hergestellt wurde.

Rye Whiskey wird sowohl in den USA als auch in Kanada hergestellt, wobei der Name keine geografische Bedeutung hat. In den USA muss Rye Whiskey nach den geltenden Bestimmungen aus einer Getreidemaische hergestellt werden, die mindestens 51% Roggen enthält. In Kanada besteht keine derartige Einschränkung. Die entsprechende kanadische Bestimmung lautet: "Canadian Whisky (Canadian Rye Whisky, Rye Whisky) ist Whisky, der in Kanada gebrannt wurde und der das Aroma, den Geschmack und Eigenschaften besitzt, die im Allgemeinen dem Canadian Whisky zugeschrieben werden."

Kanadischer Whisky wird oft nur als Rye Whisky oder Rye bezeichnet.


Was sind die Hauptsorten des Scotch Whisky?

Es gibt zwei Arten: Malt Whisky und Grain Whisky. Die Malt Whiskys werden nach der Lage ihrer Brennereien gruppiert.

Malt Whiskys, die sich (je nachdem aus welcher Brennerei sie stammen) im Geschmack erheblich voneinander unterscheiden, haben ein stärker ausgeprägtes Bouquet und einen intensiveren Geschmack als die Grain Whiskys. Bei der Herstellung von Grain Whisky spielen die geografischen Faktoren kaum eine Rolle.


Wodurch erhält Scotch Whisky seinen typischen Geschmack und sein Bouquet?

Das ist eines der vielen Geheimnisse, um deren Aufdeckung sich schon viele Nachahmer von schottischem Whisky vergeblich bemüht haben. Theorien und Erklärungen gibt es viele, aber eine wirklich akzeptierte Lösung des Geheimnisses hat man noch nicht gefunden.

Das Destillieren ist nur einer von vielen Faktoren. Nach dem Brennen enthält der Scotch Whisky neben äthylalkohol und Wasser auch bestimmte Nebenbestandteile. Deren genaue Zusammensetzung ist noch nicht bekannt; man nimmt aber an, dass es sich hier um ölessenzen aus der gemälzten Gerste und bei den anderen Getreidesorten um Torfrückstände handelt. Die Menge der Nebenbestandteile hängt von der Form des Destillierkessels ab, von der Art der Destillation und der Alkoholkonzentration. So enthält Grain Whisky aufgrund seines Herstellungsverfahrens weniger Nebenbestandteile als Malt Whisky und ist deshalb in Geschmack und Aroma auch milder.

Auch die natürlichen Faktoren, wie Wasser, Luft und das schottische Klima, wirken sich zweifellos mitentscheidend auf den Geschmack von Scotch Whisky aus. Wasser spielt wahrscheinlich die bedeutendste Rolle. Eine Quelle mit gutem, weichem Wasser ist daher die wichtigste Voraussetzung für jede Brennerei. Der Torf, über dessen Feuer das Malz getrocknet wird, gibt dem Whisky seinen typischen torfigen und rauchigen Geschmack. Das schottische Klima ist für das Reifen des Whiskys besonders wichtig: Weiche Luft dringt in die Fässer ein und verbindet sich mit dem Whisky. Unerwünschte Nebenbestandteile verdunsten im richtigen Masse. Es entsteht ein milder Whisky.


Was ist Blending?
Was wird damit bezweckt?

Einige Brennereien verkaufen einen Teil ihres Whiskys als unverschnittene "Single" Whiskys direkt an den Verbraucher. Der bedeutend grössere Teil der Produktion dient aber der Herstellung von Blended Whisky, der in der ganzen Welt verkauft wird.

Das Blending ist die Kunst, verschiedene Malt und Grain Whiskys aus verschiedenen Brennereien miteinander zu verschneiden. Das Verschneiden reiner Malt bzw. Grain Whiskys wird dagegen als Vatting bezeichnet. Ein Blend enthält 15 bis 50 verschiedene Einzelwhiskys, die nach einer bestimmten Formel in bestimmtem Verhältnis miteinander verbunden werden. Diese Formel ist jeweils strenges Geheimnis der einzelnen Blending-Betriebe. Das Whisky- Blending ist nicht nur eine komplizierte Kunst, es erfordert auch langjährige Erfahrung, denn die Whiskys der verschiedenen Brennereien haben alle ihren eigenen Charakter. Bestimmte Sorten dürfen einfach nicht zusammengebracht werden. Die für einen Blend bestimmten Malt und Grain Whisky müssen sich im Geschmack ergänzen und verbessern. Blending ist daher alles andere als Verdünnen. Es ist ein ausgewogenes Verschneiden gleichwertiger Bestandteile, bei dem ein Whisky entsteht, der die Vorteile all seiner Bestandteile in der Kombination deutlich hervorhebt.

Nie darf ein Blend von seinem hohen Qualitätsstandard abweichen, den die Kunden in aller Welt kennen und erwarten.


Was versteht man unter Proof Spirit?

Proof Spirit heisst, dass der Alkohol bei einer Temperatur von 10.5∞C genau zwölf Dreizehntel des gleichen Volumens destillierten Wassers wiegt. Das bedeutet, dass die Mischung Alkohol - Wasser 57.1 Vol.-% Alkohol und 42.9 Vol.-% destilliertes Wasser enthält.


Wie wird der Alkoholgehalt von Scotch Whisky geprüft?

Von Jahrhunderten hatte man eine zündende Idee für die Ermittlung des Alkoholgehalts: Whisky wurde mit Schwarzpulver vermischt und angesteckt. Brannte das Schwarzpulver dabei ab, so galt dies Beweis (Proof) dafür, dass sich genug Alkohol in der Mischung befand, um die Entzündung des Pulvers zu ermöglichen. Bei schwächerem Alkoholgehalt blieb das Pulver zu "nass" und entzündete sich nicht.

Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts begannen Zoll- und Steuerbehörden und die schottischen Brennereien, das eigens für diesen Zweck entwickelte Clarksche Hydrometer zur Prüfung des Alkoholgehalts zu verwenden. Eine von Bartholomew Sikes verbesserte Ausführung dieses Messinstruments wurde durch das Hydrometergesetz von 1818 allgemein eingeführt und blieb bis 1980 in Gebrauch.


Wie verhält sich US-Proof zu den europäischen Alkoholgehalten?

amerikanisch europäisch
100∞ Proof 50 Vol.-%
86∞ Proof 43 Vol.-%
80∞ Proof 40 Vol.-%

Wie lange nach dem Destillieren wird Whisky verkauft?

Der Blender kauft normalerweise den Whisky gleich nach dem Destillieren, belässt ihn aber unter Zollverschluss in der Brennerei, bis der Whisky zum Verschneiden gebraucht wird. Laut Gesetz muss Scotch Whisky mindestens drei Jahre lagern, doch wird diese Vorgabe in der Praxis weit überschritten. Nach dem Blending kommt der Scotch für einige Monate wieder in Fässer, damit sich die einzelnen Malt und Grain Whiskys der Blends "verheiraten" können. Erst dann wird er für den Verkauf in Flaschen gefüllt.


Wie alt sollte der beste Scotch sein?

Es gibt für einen Whisky kein ideales Alter. So brauchen Malt Whiskys eine längere Reifezeit als Grain Whiskys.

Malt Whiskys reifen in der Regel acht, zwölf, 15 oder noch mehr Jahre. Das bei einem Blended Whisky angegebene Alter bezieht sich immer auf den jüngsten Einzelwhisky im Blend, unabhängig von dessen Mengenanteil. Das angegebene Alter ist nie ein Durchschnittswert.